Referenten
David Borges | Claudia Bullerjahn | Violeta Dinescu | Silke Egeler-Wittmann | Burkhard Friedrich | David Graham | Matthias Handschick | Joachim Heintz | Matthias Kaul | Benjamin Lang | Wolfgang Lessing | Stephan Meier | Gerhard Müller-Hornbach | Martin Christoph Redel | Peter W. Schatt | Matthias Schlothfeldt | Annette Schlünz | Astrid Schmeling | Philipp Vandré | Johannes Voit
David Borges
studierte zunächst Schulmusik, später Komposition bei Prof. Messmer und Prof. Schöllhorn sowie elektronische Komposition bei Joachim Heintz. 2007 gründete er das Elektronik Trio dak~ [daktil.de]. 2009 war er Mitinitiator der Reihe "Musik für Räume" im Sprengel Museum Hannover und Initiator der Konzertreihe für elektronische Avantgarde "tildeMusik". Seit 2009 ist er Lehrer und freischaffender Musiker. Er gibt Kurse für elektronische Musik und arbeitet in verschiedenen Elektronik Ensembles.
Claudia Bullerjahn
Lehramtsstudium sowie Studium der Instrumentalpädagogik (Klavier) an der Hochschule für Theater und Musik Hannover; Aufbaustudium Musikwissenschaft/ Musikpädagogik; 1997 Promotion zum Dr. phil.
seit 1992 Wissenschaftliche Angestellte, seit 1997 Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Musik und Musikwissenschaft der Universität Hildesheim
seit 2004 Professorin für Systematische Musikwissenschaft mit den Schwerpunkten Teilgebiete der Systematischen Musikwissenschaft und Musikkulturen der Gegenwart am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen
Violeta Dinescu
geboren 1953 in Bukarest. Studium am Bukarester C. Porumbescu Konservatorium in Komposition, Klavier und Pädagogik. Anschließend Kompositionstudien bei Myriam Marbe. Von 1978 bis 1982 lehrte sie am Lyceum George Enescu in Bukarest (Musiklehre, Klavier und Ästhetik). Seit 1982 lebt Violeta Dinescu in Deutschland.
Von 1986 bis 1996 war sie als Dozentin an verschiedenen deutschen Hochschulen (Heidelberg, Frankfurt, Bayreuth) tätig. Seit 1996 hat sie eine Professur für Angewandte Komposition an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg inne, wo sie das "Komponisten Colloquium" (mit bisher über 100 Komponisten aus der ganzen Welt), das "Archiv für osteuropäische Musik" sowie seit 2006 die Symposiumsreihe "Zwischen Zeiten/Shifting Times" leitet. Daneben leitet sie zahlreiche Kurse im In- und Ausland.
Ihr Werkverzeichnis umfasst Kompositionen unterschiedlichster Gattungen: Musiktheater ("Der 35. Mai" nach Erich Kästner, "Hunger und Durst" nach Eugène Ionesco, "Eréndira" nach Gabriel García Márquez, "Schachnovelle" nach Stefan Zweig); Ballett ("Der Kreisel" nach Eduard Mörike, "Effi Briest" nach Theodor Fontane); Stummfilm-Musik ("Tabu" von Friedrich Wilhelm Murnau), Oratorien ("Pfingstoratorium", "Wie Tau auf den Bergen Zions…").
Zudem hat sie Werke für kleines und großes Orchester sowie zahlreiche Solo- und Kammermusikwerke geschrieben. Ihre Musik wurde in Europa, in den USA und in Kanada aufgeführt und in Rundfunkaufnahmen und auf CD dokumentiert. Für ihre Kompositionen erhielt sie zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen.
Silke Egeler-Wittmann
Studium der Schulmusik und Germanistik an der HdK und der TU in Berlin, 1985 Gründung des Trios "Die Schwindlinge", Interpretation dadaistischer und futuristischer Lyrik, zahlreiche Konzerte u. Rundfunkaufnahmen, CD-Produktion: "what a beauty" Lautgedichte von Kurt Schwitters, wergo.
Tätigkeit beim Landesmusikrat Rheinland-Pfalz sowie Gymnasiallehrerin für Musik und Deutsch in Grünstadt, dort seit 1996 Leiterin der AG Neue Musik am Leininger-Gymnasium. Zahlreiche Konzerte und Uraufführungen, mehrere Tanzperformanceproduktionen, Zusammenarbeit mit Komponisten; bundesweite Tätigkeit in der Lehrerfortbildung; Publikationen u. a. zum Thema Neue Musik in der Schule.
Burkhard Friedrich
geboren 1962 in Berlin, studierte Komposition, allgemeine Musikerziehung und klassisches Saxophon in Berlin, Lübeck und Stuttgart. Stipendiat der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestrundfunks, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Stadt Hamburg.
Kompositionen: Kammeroper "Lancelots Spiegel" 2001 (1. Preis im Opernkompositionswettbewerb der Kunstuniversität Graz), Kammeroper "Imitation of Life" nach Motiven von David Lynch und Bret Easton Ellis 2005 (Staatsoper Hamburg), Musiktheater "Galaxy Hotel" (nach Romanen von Haruki Murakami) 2009 in Hamburg und 2010 in Berlin, Kammermusik. CDs mit Kammermusikwerken, "Imitation of Life" und "Lancelots Spiegel".
Burkhard Friedrich ist für seine Kompositionen und Interpretationen zeitgenössischer Musik international mehrfach ausgezeichnet worden. Konzerte, Auftritte und Aufführungen seiner Werke führen ihn durch ganz Europa, Asien und die USA. Viele KomponistInnen haben sich von Burkhard Friedrichs außergewöhnlichem Interpretationsstil zu neuen Werken für ihn und für Ensemble inspirieren lassen.
Er gründete zusammen mit der Geigerin Barbara Lüneburg 1993 das "ensemble Intégrales", das Kompositionsaufträge an junge KomponistInnen aus aller Welt vergibt und regelmäßig zu Gast ist auf nationalen und internationalen Festivals. Zudem veranstaltet er in Kooperation mit der Staatsoper Hamburg Konzertreihen mit improvisierter und notierter Musik.
Lehrtätigkeit: Sowohl im Rahmen der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg als auch in freien Kompositionsprojekten an allgemeinbildenden Schulen bietet er Kompositionskurse für Jugendliche an. Darüberhinaus leitet er kompositionspädagogische Seminare und Workshops an verschiedenen internationalen Fakultäten. Seit Sommer 2008 ist er künstlerischer Leiter des Projektes "Klangradar 3000 - Neue Musik und Komposition an allgemeinbildenden Schulen".
David Graham
geboren 1951 in Stratford-upon-Avon (UK), studierte an der Reading University und mit Hans Werner Henze in Köln.
Drei Jahre war er in Montepulciano, wo er an der Musikschule arbeitete und deren Beitrag zum Festival vorbereitete. Dort gründete er eine Kinderkompositionsklasse, die Tre Opere per Burattini (Drei Puppenopern) schuf, geschrieben und aufgeführt von jungen Laien. Das Projekt wurde zum Modell.
Seine Werke wurden in Europa und Lateinamerika aufgeführt. Er schrieb Liederzyklen (Texte von Hans-Ulrich Treichel, Richard Nöbel, Rose Ausländer, Bert Brecht); größere Werke wurden beim Almeida Festival, der Münchener Biennale, dem Columbus Festival (Udine), dem Steirischen Herbst und in vielen Städten Nordrhein-Westfahlens gehört. Er komponierte Musik für Hörspiele, Film-Musik für Volker Schlöndorff und Bill Douglas, und arbeitet an Musik-Videos mit Harald Klemm (Dolly, ein 20-minütiger Kommentar zur genetischen Manipulation). Momentan arbeitet er an einer Jugendoper über Theresienstadt.
Seine didaktische Arbeit mit jungen Leuten ist bekannt. In 1996 brachte Lighting the Candle die Tate Gallery, das Orchestra of St. John’s Smith Square und das National Youth Music Theatre zusammen zur Aufführung eines Bühnenstückes, das von 7 Schülern einer Londoner Schule geschrieben worden war. Graham arbeitet regelmäßig an der Musikschule in Düsseldorf, war oft Composer in Residence an Universitäts-Projekten (Spanien, Berlin) und 7 Jahre lang an der Organisation eines Festivals für Neue Musik in Kuba beteiligt.
Matthias Handschick
geboren 1971 in Lübeck, 1990 Abitur, Studium der Schulmusik, Musiktheorie und Germanistik in Hannover und Freiburg im Breisgau. Künstlerisches Aufbaustudium im Fach Komposition bei Mathias Spahlinger.
Ab 2001 Schuldienst am Hochrhein-Gymnasium Waldshut, seit 2009 am Hans-Thoma-Gymnasium Lörrach. Leitung der Arbeitsgemeinschaft "Klangbaustelle Hochrhein-Dreiländereck", Lehraufträge für Musikpädagogik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.
Zahlreiche Auszeichnungen für Projekte mit Schülerinnen und Schülern im Bereich Neuer Musik. Vorträge, Workshops und Seminare im Rahmen verschiedener Symposien, Tagungen und Festivals. Seit 2007 Mitarbeit im Vorstand des Instituts für Neue Musik und Musikerziehung (INMM) Darmstadt und Betreuung des Lehrgangs "Jugend Komponiert" für den Landesmusikrat Baden-Württemberg.
Joachim Heintz
Joachim Heintz studierte zunächst Literatur- und Kunstgeschichte, bevor er bei Younghi Pagh-Paan und Günter Steinke in Bremen das Studium der Komposition aufnahm. Darin beschäftigte er sich intensiv mit elektronischer Musik und arbeitete mit Videokünstlern zusammen.
Er leitet das elektronische Studio Incontri an der Hochschule für Musik und Theater Hannover (Institut für neue Musik), unterrichtet Audio-Programmierung an der Hochschule für Künste Bremen und ist Mitglied im Theater der Versammlung Bremen.
Als Mitentwickler engagiert er sich in den Open-Source-Projekten Csound und QuteCsound. Seine Kompositionen wurden in verschiedenen europäischen und asiatischen Ländern sowie den USA aufgeführt.
Matthias Kaul
zunächst Rock- und Jazzschlagzeuger, dann Studium, Abschluss mit Solistenexamen. Zahlreiche Stipendien, Auszeichnungen und Preise. Reisen nach Afrika zum Studium der Kultur der Xhosa, Samburu und Maasai. Gründungsmitglied des Ensembles "l'art pour l'art".
Zusammenarbeit mit Musikern und Komponisten wie John Zorn, David Moss, Carla Bley, Malcolm Goldstein, Mauricio Kagel, Hans Werner Henze, Vinko Globokar, Hans Joachim Hespos u.a.
Tourneen in Europa, USA, Südamerika, Afrika, Japan, Taiwan, Korea, Indien und Kanada.
Mitwirkung bei vielen Schallplatten- bzw. CD-Produktionen. Neben Solo- und Ensemble-Kompositionen zahlreiche Film- und Theatermusiken sowie Hörspiele und Klanginstallationen. Aufträge der Staatsoper Hannover (Die Menschenfresserin 2001), der Darmstädter Ferienkurse (Electric Bath 2002 und Radio Days 2004), der Hamburgischen Staatsoper (Oliver Twist 2005), der Bayerischen Opernfestspiele München (Kafkas Heidelbeeren 2005 und Relax 2006), der Philharmonie Luxemburg (Delikatessen für drei Spieler in einer Würstchenbude) u. v. a.
Benjamin Lang
geboren 1976, studierte Komposition, Musiktheorie und Dirigieren in Rostock, Salzburg, Hannover, Lugano, Bremen und Edinburgh.
Nach Lehraufträgen in Komposition und Musiktheorie an den Musikhochschulen in Hannover, Bremen, Rostock sowie an der FH Osnabrück und an der Universität Lüneburg wurde er 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter für Komposition, Kompositionspädagogik und Musiktheorie am Institut für Musik der Fachhochschule Osnabrück.
Seine Kompositionen wurden auf unterschiedlichen Festivals (ur)aufgeführt. Lang erhielt Kompositionsaufträge u.a. vom Stadttheater Gießen, Staatstheater Oldenburg, Linos Ensemble und Ensemble für Neue Musik Zürich.
Seit 2004 leitet Lang die Kompositionsklasse der Jungstudierenden am Institut für neue Musik der Hochschule für Musik und Theater Hannover in Kooperation mit dem Institut für Früh-Förderung. Seit 2008 ist er künstlerischer Leiter der Werkstatt Junger Komponisten in Niedersachsen sowie beim Young Composer’s Project im Künstlerhaus Boswil (Schweiz). Er setzt sich intensiv für die Förderung junger komponierender Jugendlicher ein und gibt Einführungskurse in Kompositionstechniken für Teenager u. a. bei der JuniorAkademie Niedersachsen in Papenburg seit 2008.
Lang hält regelmäßig musiktheoretische Vorträge und arbeitet als Dirigent. Seine dirigentischen Tätigkeiten führten 2007 zu einer Rundfunk- und CD-Produktion bei Radio Bremen.
Er lebt und arbeitet als Dozent sowie freischaffender Komponist und Dirigent in Osnabrück und hat bis 2011 einen College Research Award an der University of Edinburgh inne.
Wolfgang Lessing
geboren 1964, studierte Violoncello, Schulmusik und Germanistik in Frankfurt am Main und Berlin. Nach seinem künstlerischen Abschluss in der Klasse von Josef Schwab an der Berliner "Hochschule für Musik Hanns Eisler" promovierte er in Frankfurt im Fach Musikwissenschaft über "Die Hindemithrezeption Th. W. Adornos" (Schottverlag 1999).
In den folgenden Jahren war er als Musiklehrer an einem Frankfurter Gymnasium sowie als Lehrbeauftragter für Violoncello, Musikwissenschaft und Formenlehre an der Frankfurter Musikhochschule tätig.
1995 gründete er zusammen mit seinem ehemaligen Lehrer Gerhard Mantel das in Frankfurt ansässige "Institut für Instrumental- und Gesangspädagogik".
Neben seiner wissenschaftlichen und pädagogischen Arbeit konzertierte er als Cellist des "Ensemble Phorminx" und des "Hába-Quartettes" im In- und Ausland. Festivals wie das "Schleswig-Holstein-Festival", die "Darmstädter Ferienkurse" sowie CD- Produktionen, wie etwa die erste Gesamtaufnahme der Streichquartette von Nikolaj Roslawetz, dokumentieren die vielfältige künstlerische Arbeit. Für die 1999 bei "EMI classic" erschienene CD "Vom Eise befreit" erhielt er mit dem "Ensemble Phorminx" den "Preis der deutschen Schallplattenkritik".
Zum Sommersemester 2002 wurde Wolfgang Lessing zum Professor für Musikpädagogik und Allgemeine Instrumentaldidaktik an die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber berufen.
Stephan Meier
geboren 1966, Schlagzeuger, Dirigent und Komponist. Er studierte Schlagzeug und Klavier in Hannover und Den Haag und folgte Kursen bei Pierre Boulez, Mauricio Kagel, Luigi Nono sowie Diego Masson und Peter Eötvös (Dirigieren) als Stipendiat des Centre Acanthes und der Foyle Foundation/Cath Collins, Dartington.
1993 gründete er "Das Neue Ensemble" in Hannover. Der "Circus S" seines Deutsch-Holländischen Schlagzeug-Ensembles "S" tourt im eigenen Zelt mit Musik, die in keinen Konzertsaal passt, durch Europa.
Solistisch und mit seinen Ensembles trat Meier bei zahlreichen Veranstaltern und Festivals auf, u. a. Expo 2000 Hannover, NDR Hamburg, ZKM Karlsruhe, Triennale Köln, musica viva München, Het Slagwerkfestival Amsterdam, Zomer in Utrecht, Milano Estate, Weltmusiktage Luxemburg, sowie in Riga und Krakau.
Seine Werke (Kammer- und Chor-, Film- und Theatermusik) wurden im Berliner Dom, im Deutschen EXPO-Pavillon, auf den Wittener Tagen für neue Kammermusik und dem Blauen Fest in Dessau uraufgeführt, sowie in Amsterdam (De Ysbreker), im Piccolo Teatro di Milano und im South Bank Center London.
Als Referent für die Vermittlung Neuer Musik und für Workshops mit Kindern, war Meier vom Deutschen Musikrat, der Triennale Köln, Zomer in Utrecht und beim Bundespräsidenten eingeladen. Er ist Vorsitzender von Musik 21 NGNM e. V., der im Rahmen des bundesweiten Netzwerks Neue Musik "Musik 21 Niedersachsen" veranstaltet.
1997 erhielt er für seine schöpferischen Leistungen den Niedersächsischen Förderpreis, 2002 den Preis der Stiftung Kulturregion für "Circus S"; der "Inventio" des Deutschen Musikrats wurde ihm 2005 für innovative musikpädagogische Programmkonzeption verliehen. Seine Werke sind auf CD erschienen u.a. bei Steidl (Des Knaben Wunderhorn) und Cordaria (schlagen-anrühren, Kandinskys Violett).
Gerhard Müller-Hornbach
geboren 1951, Komponist, Dirigent, Pädagoge. Er lehrt als Professor für Komposition und Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, wo er 2005 das Institut für zeitgenössische Musik (IzM) mitbegründete, dessen Direktorium er vorsteht. An der HfMDK leitet er die Kompositionsabteilung und ist verantwortlich für den Masterstudiengang Internationale Ensemble Modern Akademie.
Er ist künstlerischer Leiter des "Mutare Ensembles", mit dem er auf vielen internationalen Podien gastierte.
Sein kompositorisches Schaffen umfasst Solowerke, Kammermusik, Orchesterkompositionen, Oratorien, Musiktheater, Filmmusik und Raumkompositionen. Daneben Bearbeitung und Instrumentation von Musik früherer Epochen. Rundfunkaufnahmen und zahlreichen CDs aks Komponist und Dirigent.
Einladungen zu internationalen Festivals: Seoul National University Korea, Korean National University of Arts, Universidad de Ciencas et Artes de Chiapas Mexiko, Beijing Modern Music Festival Peking, TIMF-Academy in Tongyeong Korea, Bangkok u. a. In Deutschland: Internationale Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, Donaueschinger Musiktage, Aeolian-Academy der Jeunesses Musicales Deutschland, Weikersheim.
Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in Projekten zur Vermittlung zeitgenössischer Musik an Kinder und Jugendliche: "Response – Neue Musik in der Schule" (Hessen, Bremen), "Musik erfinden in der Schule" (Dresden), "Moveatschool" (Wiesbaden), Projekte mit dem "Jugendensemble für Neue Musik Rheinland-Pfalz" etc.
Auszeichungen: u. a. Rompreis der Villa Massimo, Vaillant-Kompositionspreis der Bergischen Biennale, 2009 Bundesverdienstkreuz am Bande
Martin Christoph Redel
geboren 1947 als Sohn des Flötisten Kurt Redel und der Pianistin Erika Redel-Seidler in Detmold. Er studierte an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold Schlagzeug bei Friedrich Scherz sowie Komposition bei Rudolf Kelterborn, Giselher Klebe und Johannes Driessler. Anschließend ging Redel an die Musikhochschule Hannover zu Isang Yun.
Seit 1971 ist er Dozent für Musiktheorie und Gehörbildung an der Hochschule für Musik Detmold, und seit 1979 Professor für Komposition. Zwischen 1993 – 2001 leitete er die Hochschule für Musik Detmold als Rektor.
Mit Kollegen der Hochschule gründete er zwischen 1974 und 1984 das "Ensemble Kontraste" zur Pflege zeitgenössischer Musik und seit Anfang der 70er Jahre leitet er die von der Jeunesses Musicales Deutschland veranstalteten Kurse und Wettbewerbe "Jugend komponiert" und "Treffen junger Komponisten" auf Schloß Weikersheim. Von 1992 bis 2004 war Redel Bundesvorsitzender der Jeunesses Musicales Deutschland.
Seine Werke, die in vielen Ländern der Welt und bei verschiedensten Rundfunksendern zur Aufführung bzw. Produktion gelangten, wurden mit zahlreichen in- und ausländischen Preisen ausgezeichnet, darunter die Förderungspreise des Landes Nordrhein-Westfalen und der Städte Stuttgart und Mannheim, der "Gino Marinuzzi-Preis" (San Remo) und der "Prix Arthur Honegger" (Paris).
Peter W. Schatt
geboren 1948 in Hamburg, studierte Musikerziehung an Gymnasien sowie Germanistik und Literaturwissenschaft (1. Staatsprüfung 1972, 2. Staatsprüfung 1974), Klarinette (Diplomprüfung 1972, Konzertexamen 1976) und Musikwissenschaft (1985 Promotion zum Dr. phil. an der TU Berlin).
1974-89 Lehrtätigkeit als Studienrat für Musik und Deutsch an Hamburger Gymnasien, Lehraufträge für Musikdidaktik, Klarinette und Methodik des Klarinettenunterrichts an der Universität Hamburg sowie den Musikhochschulen Hamburg und Lübeck.
Gleichzeitig rege internationale Konzerttätigkeit vor allem mit Neuer Musik, Rundfunkproduktionen bei fast allen deutschen Sendern.
Seit 1989 Professor für Musikpädagogik/Didaktik der Musik an der Folkwang-Hochschule Essen. Von 1994 bis 2002 Mitherausgeber von Musik und Bildung, von 1999 bis 2004 und seit 2007 Vorstandsmitglied des Instituts für Neue Musik und Musikerziehung Darmstadt.
Arbeitsschwerpunkte: Musik des 20. Jhs., Musikpädagogik und Musikdidaktik unter interdisziplinären und interkulturellen Aspekten.
Matthias Schlothfeldt
geboren 1968 in Eutin, studierte in Essen instrumentale und elektronische Komposition, Musiktheorie und Gitarre. Seine Kompositionen, zu denen auch zwei Kinderopern sowie Film- und Schauspielmusiken zählen, erhielten u. a. den 1. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb „Weimar 1945“ und den "Gustav Mahler Kompositionspreis 1999" der Stadt Klagenfurt/Österreich.
Nach dem Studium war er als Komponist und Gitarrist freiberuflich tätig, hat die Zeitschrift "Klangform-Briefe" mit gegründet und herausgegeben und unterrichtete Tonsatz und Analyse an den Musikhochschulen in Herford und in Trossingen. 2005 wurde er an die Folkwang Hochschule auf eine Professur für Musiktheorie mit den Schwerpunkten Didaktik, Improvisation und zeitgenössische Musik berufen. Im Rahmen dieser Tätigkeit führt er gemeinsam mit Studierenden Kompositionsprojekte an Schulen durch. Außerdem engagiert er sich in Projekten wie "response" und "meet the composer" (Netzwerk Neue Musik) in Essen und bietet Lehrerfortbildungen an.
In seinem Buch "Komponieren im Unterricht", das 2009 im Olms-Verlag erschienen ist, wird ein kompositionspädagogischer Ansatz vorgestellt und es werden Unterrichtsreihen dokumentiert und reflektiert. Dort werden auch Vorschläge für den Musikunterricht an Schulen und für den Musiktheorieunterricht in musikpädagogischen Studiengängen an Hochschulen unterbreitet.
Annette Schlünz
geboren 1964 in Dessau, studierte von 1983 bis 1991 Komposition und Klavier in Dresden und Berlin (Zimmermann, Dittrich). Ab 1987 mehrere Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin am DZzM. Sie schreibt Kammer- und Orchestermusik, elektronische Musik, 3 Opern (u. a. TagNachtTraumstaub, Auftrag des Deutschen Pavillons der EXPO 2000 Hannover; Lichtpause, Auftrag des französischen Kulturministeriums für das Ensemble Aleph 2005), interessiert sich auch für untypische Orte (die Ufer des Rheins in Basel beim Europäischen Musikmonat 2001 z. B.) und realisiert Performances Klavier – Video (Rom, Sofia, Odessa…).
Sie gab auf Einladung der Goethe-Institute Kompositionskurse in Südamerika, Vietnam, Kopenhagen, Madrid, Riga, Chicago und unterrichtet in den Ferienkursen der Komponistenklassen Sachsen-Anhalt/Dresden, 2007/08 Kompositionsdozentin beim Festival musicalta in Rouffach/F, Sommersemester 2009 Vertretung der Professur Komposition an der Weimarer Musikhochschule.
Preise: Hanns-Eisler-Preis 1990, Heidelberger Künstlerinnen-Preis 1998, Stipendien: Villa Massimo Rom 1999, Schloss Solitude Stuttgart 1999/2000, elektronisches Studio der AdK Berlin 1994/2002/2005, Höge 2003, Künstlerhof Schreyahn 2006, composer-in-residence 2005 und 2007/08 im elektronischen Studio GRAME Lyon.
In Zusammenarbeit mit dem Toningenieur Christophe Lebreton entstand "blaulaub" im Auftrag des Bayerischen Rundfunks und der musica viva München für Blockflöte, Koto, Orchester und live-Elektronik, UA 2008 mit Jeremias Schwarzer, Makiko Goto, Symphonieorchester des BR München, der Technik des GRAME Lyon unter Leitung von Peter Rundel.
Lebt freischaffend in Süddeutschland und Frankreich.
Astrid Schmeling
studierte Flöte (Aurèle Nicolet) und Klavier (Wilhelm Behrens) an der Musikhochschule Freiburg/Br. und lebt als Flötistin des Ensembles "l'art pour l'art" in Winsen/Luhe. Bis 1994 Leitung einer Flötenklasse am Hamburger Konservatorium.
Gründungsmitglied des Ensembles "l'art pour l'art", enge Zusammenarbeit mit den wichtigsten Komponisten unserer Zeit.
Neben ihrer Konzerttätigkeit und Durchführung von Kursen für Flöte leitet sie gemeinsam mit Matthias Kaul die Kinderkompositionsklasse in Winsen, Einladungen zu Kompositionskursen 2000 in Hannover (Expo), 2003 in Berlin, 2004 in Luxemburg, 2006 Jeunesses Musicales Deutschland und world new music festival in Stuttgart. Gemeinsam mit Matthias Kaul Leitung der Konzertreihe HÖREN – Zeitgenössische Musik in Winsen.
Im Zusammenhang mit "l'art pour l'art" spielte sie zahlreiche CDs ein, Rundfunk- und Fernsehproduktionen, Konzerte im In- und Ausland, Tourneen in die USA, Kanada und Ostasien (Japan, Südkorea, Taiwan).
Publikationen: "Versuch einer methodischen Anleitung von 'Monolith für einen Flötisten' von Vinko Globokar" (Ed. Peters); Hrg. und Autorin von "Musik für eine Stadt – das Ensemble 'l'art pour l'art' und die Kinderkompositionsklasse Winsen/Luhe" (Pfau-Verlag); Mitherausgeberin von Kinderkompositionen "Projekt Bildende Klänge" und "Musik aus dem Mund" (beides Hildegard Junker-Verlag). Die Solo-CD "stimmhaft" ist bei Wergo erschienen.
Philipp Vandré
geboren 1963 in Osterode am Harz, widmet sich seit Jahren intensiv der Kompositionspädagogik. 1998 gründete er die Kompositionsklasse der Stuttgarter Musikschule, die er bis heute leitet. Er konzipierte zahlreiche Schüler-Kompositionsworkshops u. a. für das Festspielhaus Baden-Baden (Kinderkompositionstag 2009) und das SWR Vokalensemble Stuttgart. 2009 wurde der Workshop „Die vier Elemente“ am Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe mit dem Bundespreis „Kinder zum Olymp!“ ausgezeichnet.
Er ist Adjunct Professor für Klavier und Komposition am Heidelberg Seminar der Azusa Pacific University USA, hält regelmäßig Fortbildungen im Auftrag der Jeunesses Musicales Deutschland ("Hilfe, mein Schüler komponiert!") und war wiederholt zu Gast beim Bundeswettbewerb Komposition. Auch zählt er zu den Initiatoren des Internetportals musik-erfinden.de, das er redaktionell betreut. Zurzeit schreibt er eine online-Musiklehre für den Schott Verlag.
Als Pianist verfolgt Philipp Vandré eine rege Konzerttätigkeit mit dem Schwerpunkt Neuer Musik, die ihn u. a. mit Luciano Berio, Pierre Boulez, Peter Eötvös, Heinz Holliger, Steve Reich und dem Ensemble Modern zusammen geführt hat. Diverse CD-Produktionen erhielten international hohe Anerkennung. Seine künstlerische Arbeit ergänzen Kompositionen für Kammermusik, Hörspiel und Theater.
Johannes Voit
geboren 1980 in Nürnberg, studierte Schulmusik/Gesang (Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden) und Anglistik (TU Dresden). Nach dem Staatsexamen schloss er ein Kompositionsstudium bei Günter Schwarze und Jörg Herchet in Dresden an. Ergänzende Studien führten ihn nach Norwich, England (Komposition, Gesang, Klavier) und Karlsruhe (Gasthörer in der Kompositionsklasse von Wolfgang Rihm).
Während des Studiums war er als Opernchorsänger, musikalischer Assistent und Komponist an verschiedenen Theatern tätig. 2004/05 erhielt er das Stipendium "kiss - Kultur in Schule und Studium" des Siemens Arts Program und beschäftigt sich seitdem intensiv mit der Vermittlung Neuer Musik in Schulen.
Als Mitarbeiter des Instituts für Neue Musik der Dresdner Musikhochschule entwickelte er das Schulprojekt "Neue Musik erleben und gestalten" (Teilprojekt von "KlangNetz Dresden"), das er seitdem leitet. Seit 2008 promoviert er im Fach Musikwissenschaft zum Thema "Neue Musik und Bildende Kunst - über visuelle, haptische und räumliche Aspekte in der Neuen Musik nach 1945". Die Promotion wird von der Friedrich-Ebert-Stiftung durch ein Graduiertenstipendium gefördert.




















